DAS PROJEKT


Mit dem Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität ist die deutsche Industrie gefordert ihre technologische Spitzenstellung auch im Bereich der Elektromobilität zu sichern. Sie soll sich mit Innovationen in allen Stufen dieser Wertschöpfungskette als Leitanbieter etablieren und zudem das nationale Ziel 1 Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen bis 2020 verwirklichen. Da der beschleunigte Verkauf von Elektrofahrzeugen ohne direkte Kaufpreissubventionen auskommen muss, hängt der Grad des Erfolges maßgeblich von der technischen Performance – und damit der geographischen Reichweite des Batteriespeichers – sowie der ökonomischen Attraktivität für den Endverbraucher ab. Während die erforderliche technische Performance durch geförderte, vermehrte Anstrengungen in Forschung und Entwicklung der Zulieferindustrie vorangetrieben wird (LiB2015/KoPa2/NPE), hängt der schlussendliche Verkaufspreis, und damit der Verkaufserfolg der Elektrofahrzeuge wesentlich von den Herstellungskosten des Batteriemoduls ab, die mit 10-20T€ Einzelpreis dominant den Gesamtpreis des Elektrofahrzeuges bestimmen. Einer aktuellen Roland Berger Studie zu Folge entfallen heute auf die Rohmaterialien bereits min. 13% der Batteriekosten, während fast die Hälfte der Kosten in der Zellproduktion entsteht. Dieser Rohmaterialkostenanteil wird sich mit der Massenfertigung von Zellen proportional vergrößern. Eine Dämpfung der Rohstoffabhängigkeit und weiteren Kostensteigerung kann demgegenüber nur durch die Schließung inländischer Stoffkreisläufe verwirklicht werden. 


Neben dem Einfluss der Rohstoffe auf die Herstellungskosten eines Batteriemodules, müssen entsprechend der Produktverantwortung der Hersteller die Entsorgungskosten kalkulatorisch bereits heute mit in den Verkaufspreis aufgenommen werden. Dieser Kostenanteil „Entsorgung“ kann nach heutigen Marktkonditionen ca. 7% der Modulkosten annehmen, und stellt damit einen unerwartet hohen, nicht zu vernachlässigender Kostenparameter dar. Er wird zudem durch das gesetzlich verpflichtende (EU-Batterie-Direktive 66/2006) Mindestmaß von 50% zurückgewonnener Stoffe getrieben. Dieser zwingende Handlungsbedarf ist Grundlage der Projektidee EcoBatRec.